Chronik 1817 - 1913

Geschrieben von Joachim Degner am 05. Januar 2013.

Wir machen nun einen Sprung in das Jahr 1823. Warum? Nun die Aktivitäten der Abensberger Schützen waren in den Jahren 1817 - 1822 immer die gleichen. Es wurde durch jährliche Sammlungen und Spenden aus der Bevölkerung Abensbergs das Gillamoosschießen abgehalten. Zudem fanden die üblichen Kränzel- Kirchweih- und Endschießen statt. Lediglich die Wiederentdeckung eines alten Brauches sei noch erwähnt. Am 12. Mai 1819 veranstaltete Max Petuelli, Apotheker von Abensberg, auf Veranlaßung von Schützenmeister Heyder, nach langen Jahren wieder ein Hochzeitsschießen an dem sich 12 Schützen beteiligten.. Es waren 5fl. 20 kr. als Bestes auf dem Glück und 2 fl. 24 kr. als Bestes auf dem Haupt ausgesetzt worden. Bei diesem Schießen konnte die Gesellschaftskasse das Glück mit einem Ritterschuss gewinnen. Ob dies allerdings gelang geht aus den vorhandenen Unterlagen nicht hervor.

Doch nun zum Jahr 1823. Nachdem der kgl. Landgerichtsassessor Dr. Krum zum kgl. Landrichter befördert worden war und deshalb nach Sonthofen versetzt wurde, fand am 28. und 29. Juli ein Abschiedsschießen statt. Denn Dr. Krum, der sich unter den Devisen "Tyrolerische Mode", "Für meine Sophie" und "Für mein Sepperl" lange Jahre an fast jedem Schießen beteiligt hatte, konnten die Schützen nicht ohne Ehrung aus ihrer Mitte scheiden lassen. 21 Schützen beteiligten sich an diesem Schießen. Die von ihnen gewählten Devisen zeugen von der Hochachtung die sie diesem Mann und seiner Familie entgegenbrachten: "Unvergessliche Familie", "Lang lebe die Krumsche Familie", "Verbleibe, was er uns war", "Frisch auf und um, es lebe Landrichter Krum", "Ehre auch dort dem Biedermann", "Freundschaft, auch in fernen Gauen" u.s.w.

Auf das Glück waren 5 fl. ausgesetzt worden die Wegemeister Mayer gewann. Auf dem Haupt waren sogar 10 fl. ausgesetzt. Diese gewann der Tuchschehrer Kiener. Die Heute noch exestierende, gemalte Hauptscheibe zeigt die Ansicht des Marktes Sonthofen und einen gut gemeinten, jedoch schlecht gereimten Abschiedsvers: "Lebe wohl und lebe hoch, in unseren Herzen ewig noch. Als Schütz und Freund von uns verehrt sei er von uns als Schütz beehrt! Ftl. Herr Landrichter Dr. Krum, glückliches Sonthofen höret drum, ja liebet ihn von Herzen und recht fein, Schützenscheibe von 1823 sonst schießen wir Euch Tür und Fenster ein.

Das Jahr 1823 schloss mit einer Familienfeier. Der kgl. Landgerichtsassessor Georg Heneberger von Abensberg heiratete die Tochter des Schützenmeister Alois Heyder. Dies veranlasste einige Schützenfreunde am 24. und 25. November ein Hochzeitsschießen zu veranstalten. Im darauffolgenden Jahr fand am 15. und 16. Februar das große Jubiläumsschießen, anlässlich des 25jährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät König Maximilian I. Josef (1799 - 31.12.1805 als Kurfürst und ab 1.1.1806 als König), in München statt. Es beteiligten sich 461 Schützen, unter ihnen auch der Abensberger Wegmeister Mayer. Nachdem er sich mit Erfolg an diesem Schießen beteiligte, zahlte er der Gesellschaftskasse den vorgeschossenen Reisebetrag zurück.

Die darauffolgenden Jahre übergehen wir nun wieder, da sich nichts Weltbewegendes im hiesigen Schützenwesen ereignete. Kränzl- Kirchweih-, Gillamoos- und Endschießen wechselten sich mit schöner Regelmäßigkeit ab. Das Jahr 1827, in welchem durch Sammlung unter den Schützen und der Abensberger Bürgerschaft ein Scheibenschießen anlässlich des Namensfestes der Königin Therese stattfand, ermöglichte die Schützengesellschaft zur Rückzahlung der 55 fl. an Landrichter Aschenbrenner. Er hatte der Gesellschaft diesen Betrag 1816 zur Renovierung der Schießstätte vor dem Regensburger Tor geliehen. Zudem finden sich Benefiziat Ostermaier von Abensberg und der Schloßkaplan von Offenstetten unter den Schützen beim diesjährigen Gillamoosschießen. Der hochgeehrte und allseits beliebte Landrichter Peter Aschenbrenner konnte 1829 sein 25jähriges Dienstjubiläum feiern. Nachdem er sich für das hiesige Schützenwesen in uneigennütziger Weise eingesetzt hatte, veranstaltete die Schützengesellschaft ein Jubiläumsschießen vom 4. - 6. Mai. Die Gemeindekasse stellte hierzu 152 fl. zur Verfügung. Es beteiligten sich 41 Schützen.

Am 16. Mai 1830 fand, unter Beteiligung von 15 Schützen, das Kirchweihschießen statt. An diesem Tag nahm auch erstmals der Schütze mit der Devise "Pax vobis" an einem Schießen der Gesellschaft teil. Es war dies der Abensberger Stadtpfarrer Wolfgang Schamburger, der sich an diesem Tag auch als Mitglied aufnehmen ließ.

Schützenmeister Heyder unternahm 1831 zwar den Versuch, für ein Schießen am 8. September Spenden zu erhalten, er scheiterte jedoch. Vermutlich lag es daran, dass wieder einmal das Damoklesschwert über der Schießstätte vor dem Regensburger Tor lag. Am 9. Juli hatte nämlich der Magistrat beschlossen den Schießstattgraben samt Schießhaus und Kugelplatz, mit der Bedingung, dass der Käufer und seine Nachfolger in dem Graben "für immer und ewige Zeiten" das Scheibenschießen zu gestatten haben, zu verkaufen. Glücklicherweise waren die Gemeindebevollmächtigten der Meinung, dass unter diesen Bedingungen kein großer Erlös heraus springen würde. Das Kollegium beantragte erneut die, seit alters her übliche, Verpachtung. Diesem Antrag wurde seitens des Stadtmagistrates stattgegeben. Die Verpachtung erfolgte am 29. September 1831. Die Pacht war auf 6 Jahre festgesetzt. Die Pächter waren: Hafner Josef Braun (jährliche Pacht für den Graben 6 fl. 30 kr.) und der Weißgärber Josef Pretzner (jährliche Pacht für das Schießhaus 4 fl. 30 kr.)

Nachdem des öfteren, vermutlich wegen Mangel an Zielscheiben, die altehrwürdigen Schützenscheiben zu Trainingszwecken benutzt wurden, wurde dies, am 1. Oktober, durch Schützenmeister Heyder stark angeprangert. Er bat, durch öffentlichen Aushang, dies in Zukunft zu unterlassen. Dass Alois Heyder mit Leib und Seele dem Schützenwesen verschrieben war beweist auch die Tatsache, dass er, nach dem er bereits 1831 scheiterte, es 1833 erneut versuchte mittels Circular (= Rundschreiben) freiwillige Beiträge zur Abhaltung des Gillamoosschießens zusammen zu bekommen. Und in diesem Jahr hatte er Glück. 40 fl waren eingegangen und so konnte am Mittwoch, den 4. und Donnerstag, den 5. September 1833, nach zweijähriger Pause, wieder ein Gillamoosschießen abgehalten werden. Es gingen 26 Schützen an die Stände. Um ein schönes Endschießen veranstalten zu können und um den Brauch "die neuvermählten Bürger zu Beiträgen (=Spenden) einzuladen" nicht einschlafen zu lassen, erging seitens des Schützenmeisters am 30. Oktober 1833 an die Herrn Josef Kagerhuber, Handelsmann, Sebastian Pausenberger, Bierbrauer, Sebastian Mayer, Bäckermeister, Christian Änderl, Metzger und Josef Forster, Aumühler ein diesbezügliches Gesuch. Nachdem die genannten der Bitte bereitwillig Folge leisteten, konnte am 17. und 18. November 1833 ein Hochzeits-Festschießen, mit einer Beteiligung von 10 Schützen, abgehalten werden.

Nachdem das Jahr 1834 ohne große Aktivitäten, außer den üblichen, verging, wurde am 3. Mai 1835 den auf der Schießstätte versammelten Schützen der Rücktritt von Schützenmeister Heyder mitgeteilt. Die 14 anwesenden Schützen nahmen dies mit größtem Bedauern zur Kenntnis. Die anschließend durchgeführte Wahl ergab ,dass der kgl. Advokat Dr. Josef Dotzer mit 12 Stimmen zum Schützenmeister gewählt wurde. Von einer Prüfung der von Alois Heyder vorgelegten Abschlussrechnung wurde durch einstimmigen Beschluss abgesehen. In dankbarer Anerkennung für die geleisteten Dienste wurde am 18. Mai 1835 ein Abschiedsschießen für den zurückgetretenen Schützenmeister Alois Heyder abgehalten, an dem sich 13 Schützen beteiligten. Vor der Preisverteilung hielt Schützenmeister Dr. Dotzer eine, dem Jubilar würdigende, Ansprache. Anschließend überreichte er ihm ein Ehrendiplom. Selbiges lag in einem grünen Lederetui. Die, in Gold gedruckter, Widmung lautete: "Die Schützengesellschaft Abensberg ihrem Herrn Schützenmeister Alois Heyder".

Der Inhalt des übergebenen Diploms war folgender:

"Die unterzeichnete Schützengesellschaft der Stadt Abensberg macht es sich zur besonderen Ehre, ihren abtretenden Herrn Schützenmeister Alois Heyder, Bürgermeister in Abensberg, welcher diese Ehrenstelle 26 Jahre hindurch mit der genauesten Pünktlichkeit und zur allgemeinen Zufriedenheit bekleidete, die gerechte Anerkennung für seine Dienste wiederfahren zu lassen, ihm den verbindlichsten Dank zu erstatten und zugleich über dessen freiwilliges Abtreten ihr innigstes Bedauern auszusprechen. Möge unser ehemaliger Herr Schützenmeister Heyder noch lange als geehrtes Mitglied unseres Schützenvereines durch seine Gegenwart und Teilnahme unseren Verein beehren und uns in seinem Andenken erhalten, wie auch wir Seiner stets mit Verehrung und Achtung gedenken werden". Abensberg den 18. Mai 1835 Die Unterfertigten: Dr. Dotzer, Schützenmeister, von Bösner, Assessor, Schöning, Jacob Schwarz, Weber, Paul Mayer, Bauer, Rechtspraktikant, Willibald Johann, Graf Johann, Revierförster, Mayer Sebastian, Forster Johann, Mayr Johann, Schmid, Riederer, Rechtspraktikannt, Schmid Georg.

Der so gefeierte richtete nun seinerseits ein, noch heute in den Akten der Gesellschaft exestierendes, Dankesschreiben an die Schützengesellschaft:

Löbliche Schützengesellschaft! Es ist meine höchste Schuldigkeit für so viele mir, wegen Alter abgetretenen Schützenmeister, erwiesene, unerwartete und unverdiente Auszeichnung meinen innigsten Dank abzulegen, aber die Auszeichnungen sind so viele, dass ich gerührt bis zu Tränen, meinen Dank genugsam auszusprechen, nicht im Stande bin.. Die Ehre, meine übergebenen Rechnungen auf Treu und Glaube hinzunehmen, Ihre Zufriedenheit mit einem Diplom auszusprechen, mein Abtreten mit einem Ehrenschießen zu beehren, zu welchem mir noch die Ehre wurde von Herrn Schützenmeister persönlich eingeladen zu werden. Für alle diese Ehren, Hochverehrliche Gesellschaft bitte ich meinen wärmsten Dank und meine Verehrung zu genehmigen, nur bitte ich noch, mich in Ihrem gütigst versprochenen Andenken und Wohlwollen zu behalten und "Alois lass aus" wird nicht auslassen, sich der Ehre würdig zu machen, ein Mitglied einer höchst verehrlichten Gesellschaft zu sein und so lange er kann, zu bleiben und zu schiessen. Deo gratias! Mit aller Verehrung und redlichen Dankesgefühlen empiehlt sich Abensberg, den 18. Mai 1835 ergebenster Diener Alois Hyeder

Nach dem Abschiedsschießen für Alois Heyder am18. Mai, fand am 16. Juni erneut ein Abschiedsschießen statt. Das langjährige Mitglied Landgerichtsfunktionär Simon Tauch wurde zum Assessor befördert und am 1. Juli nach Grafenau versetzt. An diesem Abschiedsschießen nahmen 18 Schützen teil. Abschied nehmen hieß es auch am 17. September 1835. An diesem Tag schloss der langjährige Freund, Gönner und Förderer der Schützengesellschaft Abensberg, der kgl. Landrichter Peter Aschenbrenner für immer die Augen. Nikolaus Stark sen. schrieb 1897 folgende Zeilen in sein Buch "Schützenwesen und Schützen-Gesellschaft der Stadt Abensberg": Sein Grabmal, das noch heute unsern Gottesacker schmückt, wird in wenigen Jahren verwittern, dafür soll wenigstens die treffliche Inschrift auf demselben, der hiesigen Schützengesellschaft einverleibt werden: "Aschenbrenner Peter geb. 17. Nov. 1768 zu Englhütte trat 1796 in den Staatsdienst, wurde unterm 30. Juli 1803 zum kgl. Landrichter von Abensberg ernannt

und stand den ihm übertragenen Dienste mit Rechtlichkeit und Aufopferung bis zu seinem letzten Lebenstag, 17. September 1835 vor. Treu seinem König und Vaterland, Teilnehmend nach Kräften helfend und ratend, war s ihm hiernieder schon der schönste Lohn. Seines erfolgreichen, redlichen Wirkens: Achtung, Vertrauen und Liebe."

Das Jahr endete mit dem, am 17. November durchgeführten, Endschießen, an dem sich lediglich 8 Schützen beteiligten. Bei den verschiedenen Schießen der Jahre 1836 und 1837, drückte Heyder mit seinen Devisen stets die Sehnsucht aus, dass er das 50jährige Schützenjubiläum noch erleben möchte. Und es sollte ihm gelingen. 1838 konnte die Gesellschaft ihrem ehemaligen Schützenmeister Alois Heyder ein Festschießen, anlässlich seines 50jährigen Schützenjubiläum, geben.

Am 28. Dezember 1896 stiftete Familie Heyder die gemalten, Kopien der Haupt- und Festscheibe von diesem Schießen. Das Ziel auf der Hauptscheibe war die Todeswunde am Blatt des Hirschen. Die Festscheibe stellt eine Denksäule mit den Emblemen der vier "Berufsarten" des Jubilars, Bürgerwehrhauptmann, Schützenmeister, Geometer und Kaufmann, dar. Hier war das Ziel die abgebildete Schützenscheibe am Fuß des Säule. Im gleichen Jahr veranstaltete der Jubilar, aus Dankbarkeit, für die Schützengesellschaft ein "Abschiedsschießen". Die Ehrenscheibe dieses Schießens existiert heute noch.

In den Jahren 1839 - einschließlich 1842 veranstaltete die Gesellschaft lediglich die üblichen Kränzel- Gillamoos- und Endschießen. 1843, genauer gesagt am 8. November beschlossen die Schützen, dass am 22. November das Endschießen stattfinden soll. Des weiteren wurde festgelegt, dass abends, nach dem Endschießen, im Gasthaus Braun ein Schützenball abgehalten werden soll. Hierfür hatte jeder Teilnehmer 24 kr. für die Musikunterhaltung zu bezahlen. Zutritt zu diesem "1. Schützenball in der Vereinsgeschichte" hatten nur die Mitglieder der Gesellschaft und "speziell durch Cirkular Geladene" Personen. Leider kam es in diesem Jahr zu einer bedauerlichen Differenz zwischen dem Bruder des Herbergsvater und einem Schützen. Daraufhin kündigte Bierbrauer Mayer die bisherige Schießstätte im Mayerkeller.

Doch die Gesellschaft fand auch diesmal eine neue Bleibe. Das Mitglied, Tierarzt und Weinwirt Carl Grafenberger erklärte sich bereit, seinen großen Wirtschaftsgarten in Aunkofen als Schießstätte zur Verfügung zu stellen (Hierbei kann es sich nur um den heutigen "Lauberger Garten" handeln). Die Eröffnung dieser "neuen Schießstätte in Aunkofen" wurde mit einem Eröffnungsschießen am 19. und 20. Mai 1844 gefeiert . Das Scheibenbild zeigt Schloss Hohenschwangau. Rechts und links davon sind sämtliche Teilnehmer von diesem Schießen aufgeführt. Es ist jedoch nicht bekannt wer die Ehrenscheibe gewonnen hat.

Erneut mußte die Gesellschaft von ihrem Schützenmeister Abschied nehmen. Der kgl. Advokat Dr. Josef Dotzer wurde nach Regensburg versetzt. Das Abschiedsschießen fand am 1. und 2. Juni 1846, unter Beteiligung von 18 Schützen statt. Folglich kam es zu Neuwahlen.

Nachdem einige Jahre fröhlichen Schützentreibens, mit abwechselnden Vortel- Gillamoos- und Endschießen im Grafenbergschen Wirtsgarten und auf der alten Schießstätte vor dem Regensburger Tor ins Land gegangen waren, waren im Jahr 1851, einmal mehr, größere Reperaturarbeiten am Schießhaus auf der alten Schießstätte, fällig. Anfangs wollten die Schützen den Graben samt Schießhaus an den Säckler Joh. Maier abtreten. Da jedoch dem mit ihm abgeschlossene Vertrag, seitens des Stadtmagistrates, die Genehmigung verweigert wurde, wurde die Schießstätte, nebst dem dazugehörigen Haus, am 29. Mai 1851 wieder an den bisherigen Pächter Johann Bachberger, Zieler der Gesellschaft, verpachtet. Die Pacht belief sich auf jährlich 10 fl. Zudem wurde ihm zur Bedingung gemacht, dass er die notwendigen Reperaturarbeiten selbst durchzuführen habe. Zu diesem Zweck wurde ihm die noch ausständige Pacht vom Vorjahr, in Höhe von 15 fl., erlassen.

Ebenfalls an diesem 29. Mai wurde eine Neuwahl durchgeführt, da der 2. Schützenmeister Jacob Schwarz wegen vorgerücktem Alter sein Amt zur Verfügung stellte. Die Wahl ergab folgendes Ergebnis: I. Schützenmeister: Carl Grafenberger, II. Schützenmeister: Jacob Schmidt, Kassier: Weber.

Es wurde zudem an diesem Tag festgelegt, dass:

das Sonn- und Feiertägliche Vortelschießen auf eine Entfernung von 120 Schritt durchgeführt wird;

das Schwarze 10 Zoll mißt;

das zu gewinnende Vortel 30 kr. beträgt;

der einzelne Schuß für Altschützen 6 kr. und für Jungschützen 4 kr. kostet;

mindestens 3, aber bis zu 12 Schuß gemacht werden dürfen;

Zudem hatte jeder eingeschriebene Schütze wöchentlich 6 kr., zur Begleichung der Auslagen bei den Vortelschießen, an den Kassier zu zahlen. Mit diesem Wochenbeitrag, schuf man sich so nach und nach einen geregelten Finanzhaushalt in der Gesellschaftskasse.

Am 20. April 1853 wurde der mit dem Zieler Georg Bachberger geschlossene Pachtvertrag gekündigt und mit dem Bierbrauer Vinzenz Nieberl ein neuer abgeschlossen. Die jährliche Pacht berug 16 fl. Die Bedingungen waren die selben wie die im Vertrag mit dem Zieler Bachberger. Beim Kirchweihschießen am 19. Juni 1855 nahmen lediglich 6 Schützen teil. Darunter war auch der Bruder unseres II. Schützenmeisters, Jacob Schmid, Herr Johann Schmid. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn da nicht die Tatsache bestünde, dass besagter Johann Schmid zum damaligen Zeitpunkt lediglich auf Besuch in Abensberg weilte. Sein eigentlicher Wohnsitz war nämlich in Amerika, genauer gesagt in Philadelphia. An diesen außergewöhnlichen Gast erinnert heute noch eine Ehrenscheibe. Sie ist jedoch stark Restaurationsbedürftig.

Nach diesem freudigen Ereignis trat auch schon wieder der graue Alltag auf der Schießstätte ein. Es wurden mit anfänglich großer Begeisterung die üblichen Kränzl- Vortel- Gillamoos und Endschießen abgehalten. 1857 fand jedoch nur ein Gillamoosschießen statt und 1858 wurden nur 6 Vortel geschossen, so dass mit dem Rest am 25. Oktober ein Endschießen abgehalten wurde an dem sich jedoch nur 9 Schützen beteiligten. Das Gillamoosschießen in diesem Jahr, abgehalten am 8. September, sah 21 Teilnehmer. Wenn man aber bedenkt, dass von den 21 Schützen lediglich 8 hiesige waren ist dies erschreckend. Und so war es nicht nur bei diesem Schießen, so war es auch bei den üblichen Kränzl- Vortel- und Endschießen. Die Teilnehmerzahl ging immer weiter nach unten.

Vom Jahr 1859 sind überhaupt keine Schießen verzeichnet. Lediglich der Tod des Zielers Georg Bachberger, Maurer, am 4. November 1859 ist im Protokollbuch verrmerkt. Des weiteren wird berichtet, daß Bachberger seit 1834 ununterbrochen Zieler der Gesellschaft war und sein Amt treu und redlich besorgt hat. Die Schützengesellschaft ließ deshalb dem, im Alter von 49 Jahren, verstorbenen einen Grabstein setzten und sein Sohn Johann Bachberger erhielt die Stelle als Zieler.

Auch vom Jahr 1860 ist lediglich ein Gillamoosschießen ins Protokollbuch, das zu dieser Zeit ein Bild des Jammers bietet, eingetragen. Sieht man sich die Einträge im, soeben erwähnten, Protokollbuch für den Zeitraum 1858 - 1861 einmal an, so merkt man direkt mit welcher Lustlosigkeit damals das Scheibenschießen betrieben wurde. Zudem wurde den Schützen wieder mal ein Prügel zwischen die Beine geworfen. Denn der Stadtmagistrat trat dem Hausbesitzer Wolfgang Kapfer zur Erweiterung seines Hauses einen Teil des Schießgrabens gegen einen jährlichen Grundpreis von 10 fl. ab. Zwar protestierten die Schützen am 19. März heftigst gegen die Abtretung, der Protest wurde aber am 6. April vom kgl. Landgericht zurückgewiesen. Begründung: "Eigentümer des Schießgrabens sei die Stadtgemeinde Abensberg und nicht die Schützengesellschaft Abensberg.

Wenige Monate später, am 25. April 1862, versammelten sich die Schützen: Jacob Schmid, Carl Gravenberger, Eibl Math., Obermüller, Forstner Josef, Niebl Vinzenz, Weber Josef, Wagner Bernhard, Streidl Georg Nikl Peter, Dr. Ott und Carl Wimmer um über die Erweiterung des Vortelschießens und über eine dringend notwendige Reorganisation der Gesellschaft zu beraten. Im Anschluss an diese Beratung wurde am 1. Mai das 1. Vortelschießen durchgeführt. Es beteiligten sich 14 hiesige Schützen. Gleichzeitig wurde die Neuwahl der Vorstandschaft vorgenommen. Selbige bestand aus dem 1. und 2. Schützenmeister, sowie dem Kassier. Das Wahlergebnis lautete: 1. Schützenmeister: Dr. Ott, Kgl. Landgerichts-Arzt und 2. Schützenmeister: Wimmer, kgl. Landgerichts-Assessor. Zum "Cassaführer" wurde Stark Nikolaus, Kaufmann gewählt. Geldeinsammler und 1. Schützenschreiber wurde Brexl Jacob. Die Neugewählten Schützenmeister luden nun ihrerseits durch Circular, vom 18. Mai 1862, alle ehemaligen Mitglieder, sowie Freunde und Gönner der Gesellschaft dazu ein, sich entweder als ordentliches oder als außerordentliches Mitglied aufnehmen zu lassen. Der Erfolg des Circulars war der, dass 10 Herren als ordentliche und weitere 31 als außerordentliche Mitglieder der Gesellschaft beitraten. Nach der Aufnahme des kgl. Forstgehilfen Jannel von Hinheim und des Fabrikbesitzerssohn Max Rössler von Aunkofen, als außerordentliche Mitglieder, zählte die Gesellschaft 27 Ordentliche und 33 Außerordentliche Mitglieder.

Die Gunst der Stunde nutzend, veranstaltete die Gesellschaft am Pfingstdienstag, den 10. Juni 1862 ein Festschießen anlässlich des 314jährigen Gründungsfestes, an dem sich 18 Mitglieder beteiligten . Dass dieses Schießen als ein Höhepunkt in der noch "Jungen Vereinsgeschichte" angesehen werden kann zeigt auch die Tatsache, die der Chronist damals bezüglich der Dauer des Festes im Protokollbuch festhielt: "Nach beendeter Preisverteilung blieb man lange, in gemütlicher Stimmung sitzen und gar mancher konnte den herrlichen Schein des Mondes, der über dem Garten ausgegossen lag, nicht eher verlassen, bis ihm der Aufgang der Sonne durch den Hahnenruf des Nachbarhauses angezeigt wurde".

Aber, wie so oft im Leben, wenn man denkt, jetzt hat man die Schwierigkeiten beiseite geräumt und es geht bergauf, kommt wieder ein Rückschlag.

So war es auch kurz nach diesem Festschießen. Am 1. Juli wurde unser II. Schützenmeister, Assessor Carl Wimmer, als Bezirks-Assessor nach Kelheim berufen und auch unser I. Schützenmeister, der kgl. Landgerichtsarzt Dr. Adam Ott verließ die Gesellschaft Richtung Dingolfing. Für beide Scheidenden wurde jeweils ein Abschiedsschießen abgehalten. Die jetzt fälligen Neuwahlen der beiden Schützenmeister fand am 4. Juli 1862, abends 8 Uhr, im Gasthaus des Bierbrauers Konrad "zum Aumerbräu" statt. Hierbei wurde Herr Josef Forster zum 1. und Jacob Schmidt zum 2. Schützenmeister gewählt. Die beiden gewählten nahmen die Wahl an.

Das hiesige Schützenwesen, das soeben neu aufgeblüht war, wurde von den beiden bestens gehegt und gepflegt. So kam es nicht von Ungefähr, dass, anlässlich des 1. Landwirtschaftlichen Bezirksfestes 1863, die Gesellschaft mit der Durchführung eines Festschießens beauftragt wurde. Selbiges fand von Samstag, den 12. - Montag, den 14. September statt. Es beteiligten sich 41. Schützen. Bezüglich dem Festschießen, anlässlich des Landwirtschaftlichen Bezirksfestes 1863 sei noch folgendes erwähnt: Beim Schützenauszug (Samstag 12. Sept.) wurde erstmals die neue Vereinsfahne mitgetragen. Sie war mit einer, von den Jungfrauen der Stadt Abensberg, gestifteten Schleife (= Festdamenband) geschmückt. Es waren dies Anderl Wally, Boxhamer Marie, Frauenholz Marie, Hagn Marie, Kebelberger Babett, Kagerhuber Marie, Kraus Theres, Kräusel Marie, Kroiß Theres, Lusteck Babette, Mühl Marie, Petuelli Marie, Resch Theres, Schmid Marie, Wagner Marie, Westermeier Marie und Zöttl Marie.

Die Fahne wurde von Nikolaus Stark sen. um den billigen Preis von 36 fl., gekauft. Außerdem begleitete der Turnverein Abensberg den Zug mit seiner Fahne. Als besonders erwähnenswert erscheint mir die Tatsache, daß der Altschütze Proels, aus Biburg, die altehrwürdige Fahne des Abensberger Landfahnen bei diesem Zug mitrug.

Wenige Tage später, am 17. Oktober, feierte die Schützengesellschaft die 50jährige Jubelfeier der Befreiungsschlacht bei Leipzig, mit einem Festschießen . Leider beteiligten sich nur 13 Schützen an diesem Schießen.

Grund dafür war sicherlich die Anwesenheit S. Majestät König Ludwig I. in Kelheim. Es fand nämlich dort die Vorfeier der Eröffnung der Befreiungshalle statt. Als das Abensberger Kirchweihschießen am 14. August 1864 auf der alten Schießstätte vor dem Regensburger Tor abgehalten wurde, waren die Tage derselbigen bereits gezählt.

Nachdem in den Vergangenen Jahren die üblichen Vortel- Kirchweih- Gillamoos- und Endschießen einmal auf der alten, dann wieder auf der neuen, Schießstätte stattgefunden hatten, war dies das letzte Schießen, dass auf dieser altehrwürdigen, seit Jahrhunderten benutzten Schießstätte in Abensberg, stattfand. Zwar hatte die Gesellschaft am 28. Januar 1865 eine Feuerversicherung für das Gebäude in Höhe von 440 fl. abgeschlossen, doch das selbige war, wie so oft in der Geschichte der Gesellschaft, reparaturbedürftig.

Die Gesellschaft wurde vom Stadtmagistrat der Stadt Abensberg am 18. April aufgefordert, "dass Baufällige Haus der Schießstätte unverzüglich zu reparieren, damit es nicht in sich zusammenbreche". Zur Finanzierung des ganzen sollten die Einnahmen aus der jährlich erhaltenen Pacht verwendet werden. Diesbezüglich teilte die Gesellschaft dem Stadtmagistrat am 21. April mit, dass der derzeitige Pächter der Schießstätte, Herr Kellerer, bereits zur Erfüllung seiner Vertraglichen Verpflichtung, zur Reperatur der alten Schießstätte, angehalten wurde. Außerdem machte man den Vorschlag, um eine der Zeit entsprechende Schießstätte zu erhalten und nachdem Schützenmeister Forster angeboten hat eine Ödung (50 Schritt breit, 400 Schritt lang, an der Straße nach München gelegen und an die Auweide Grenzend) der Stadt ohne Entschädigung als Schießstätte zur Verfügung zu stellen, die alte Schießstätte samt Haus zu Versteigern.

Am 10. Mai erfolgte dann der Beschluss des Magistrates, dass die alte Schießstätte versteigert wird. Einer Bitte des Stadtmagistrates der Stadt Abensberg, gab am 29. Mai 1865 Herr Josef Forster im Magistratsgebäude zu Protokoll: "Dass er das Grundstück, welches beiläufig 1 Tagwerk 80 Dezimal enthält, der Stadtgemeinde Abensberg zu einer Schießstätte zum Eigentum unentgeltlich überlasse, wovon außer den Steuern keine andere Abgabe zu entrichten ist.

Jedoch bedingt er sich ausdrücklich, dass dieser Platz zu ewigen Zeiten nur als Schießstätte und zu keinem Zweck benützt werden darf und behalte sich das Recht vor, im Falle hierauf eine Wirtschaft betrieben werden wollte, dass er vor allen anderen den Vorzug haben sollte!"

Die Versteigerung der alten Schießstätte wurde am Pfingstdienstag, 6. Juni, Mittags 12 Uhr, zuerst nach Parzellen, anschließend im Ganzen, vorgenommen. Die einzelnen Parzellen waren das Schießhaus und der, in 8 Parzellen unterteilte, Schießgraben. Den letztendlichen Zuschlag für den gesamten Komplex erhielt Kupferschmied Josef Zöttl, der mit 1925 fl. das höchste Gebot abgegeben hatte. Mit diesem Betrag musste nun die Gesellschaft alle anfallenden Kosten bei der Errichtung der neuen Schießstätte an der Straße nach München selbst bestreiten. Zudem auch den Ankauf des Exerzierplatzes für die Bürgerwehr und die Umzäunung des gesamten Grundstückes.

Die Verbriefung der Schenkung (Pl. Nr. 2716 1/2 zu 1 Tagwerk 97 Dezimal) und des Angekauften Exerzierplatzes (Pl. Nr. 2716 1/3 zu 1Tagwerk 50 Dezimal) erfolgte am 30. November 1866. Somit betrug die gesamte Grundstücksfläche 3 Tagwerk 47 Dezimal = 1,2 Hektar. Mit dem Bau der neuen Schießstätte wurde jedoch bereits am 7. Februar 1866 begonnen.

Die Eröffnung der neuen Schießstätte erfolgte dann am Himmelfahrtstag, Donnerstag, den 30. Mai 1867, durch ein Eröffnungsschießen. Bezüglich dem bezahlten Kaufpreis, für die alte Schießstätte, in Höhe von 1925 fl. sei folgende Rechnung erlaubt: 1 fl. = 60 kr.; folglich sind 1925 fl.: 1925 x 60 = 115500 kr.; 1 Laib (= 1 Pfund) Brot kostete um 1863/65 3 kr.; So hätte man also für den Kaufpreis (115500 : 3) 38500 Laib Brot kaufen können. Das bayerische Pfund entsprach damal 560 Gramm. Rechnet man dieses Gewicht in das heutige um ergäben dies (38500 x 566) : 500 = 43120 Pfund. Rechnet man nun dieses Gewicht mal dem heutigen Preis für 1 Pfund Brot (1,80 - 2,00 DM also rund 1,90 DM), so wäre der heutige Kaufpreis 81928 DM.

Die Größe des Grundstückes betrug 88 Dezimal = 2933m². Wenn nun die Versteigerung im Jahr 1998, stattgefunden hätte, hätte der Käufer lediglich 27,93 DM/m² bezahlt und das ist (und mit Sicherheit war es das auch damals) wahrlich ein Spottpreis.

Am Samstag, den 7. und Sonntag, den 8. September 1867 fand dann zum letztenmal das Gillamoosschießen auf der Gillamooswiese, mit einer Beteiligung von 12 Schützen, statt. Aus diesem Grund soll nun die Beschreibung "der Schießstätte auf dem Gillamoos", nach Aufzeichnungen des Schriftführers und Stadtschreibers Johann Kiermayer, aus dem Jahr 1820 folgen:

"Die Richtung des Schießplatzes war von West nach Ost gegen Gaden hin. (Die Stadt währe somit im Süden). Er befand sich hinter den Standreihen auf kleiner Erhöung des Wiesenbodens und war 375 Schuh oder 150 Schritt lang. (= ca. 112 m >1 Schuh/Fuß = 29.2 cm; 1 Schritt = ca. 74,6 cm) Die Scheiben waren weiß gestrichen, mit einem 12 Zoll (= 28,8 cm) im Durchmesser haltendem Schwarz versehen, das Schwarz in vier gleiche Kreise geteilt. Sie bestand im Haupt, zwei Glück ein Kranz und waren frei an Säulen befestigt, mit Gesträuch im Hintergrund. Die Standhütchen für die Schützen wurden gleichfalls nur aus Baumzweigen angefertigt. Hinter den Holzstössen suchten die Zieler ihre Deckung und ist es wahrlich ein Wunder zu nennen, dass sich trotz der primitiven Einrichtung niemals ein Unglück ereignete. Hie und da wurden auch Wächter aufgestellt um die über die sogenannte Kroithwiesen gehenden zu warnen. Die Kugeln der Büchsen und Stutzen mit welchen geschossen wurde, flogen gar oft bis Gaden (ca. 1,5 Km Luftlinie). Nachdem der Maurermeister Johann Zach eine, "dem Dürnbucher Berge links neben der Straße nach Siegenburg stehende", Dampfsäge erhalten hatte, überließ er selbige am 1. November, zum Preis von 500 fl., der Schützengesellschaft.

Diese begann bereits am 4. November mit den Abbrucharbeiten und baute die neue Schützenhalle mit 72 Fuß länge und 24 Fuß breite innerhalb 3 Tage (3. - 6. Dezember) auf der Schießstätte auf.

Die beim Abbruch angefallenen Ziegel- und Bruchsteine, sowie der Bauschutt wurde am Samstag 30. November öffentlich versteigert. Am 16. Mai 1868 machte dann Gallus Weber, in einer diesbezüglichen Sitzung, folgenden Vorschlag: "Das bestehende hölzerne Schützenhaus, müsste mit Bruchsteinen gemauert und mit einer hübschen Fassade versehen werden. Türen, Fenster und Giebelmauern wären mit Ziegelsteinen auszuführen und über der Haustüre sei in das Dach ein kleiner Giebel einzusetzten, geschmückt mit dem von Schützenfahnen und Gewehren umgebenen Wappen der Stadt.

Außerdem hätten der nördliche und der südliche Giebel 2 Fenster, rechts und links neben den kleinen Eingangstüren, und ferner je ein Dachfenster mit einer Rosette darüber zu erhalten. In der Westseite der Halle müssten 4 Türen zum Eintritt in die Schützenstände und 3 große Fenster enthalten sein". Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Die zum Bau benötigten Bruchsteine lieferte Joseph Weber. Der zum Innen- und Außenputz benötigte Donausand wurde mit den Fuhrwerken der Mitglieder Johann Lusteck, Josef Forster und Johann Dantscher herbeigeschafft. Schreinermeister Xaver Schmid, ebenfalls Mitglied der Gesellschaft erhielt die Schreinerarbeiten und Maurermeister Zach übernahm den Bau der Halle. Für diesen hatte die Gesellschaft 400 fl. in jährlichen Raten von 50 fl. zu zahlen. Die jeweils verbleibenden Restschulden wurden mit 4% verzinst.

Das Dach der Halle wurde mit einfachen Ziegeltaschen gedeckt und von der Legung eines Fußbodens wurde vorerst abgesehen. Mit den Bauarbeiten wurde sofort begonnen und am 15. März 1869 konnte die neue Halle bezogen werden. Im laufe des Sommers wurde die Schießhalle noch vollständig fertiggestellt. Lediglich für einen Fußboden reichte das Geld immer noch nicht, so dass der Boden der Halle lediglich mit feinem Kieß aufgefahren wurde.

Das Landwirtschaftliche Bezirksfest am 11. - 13. September bot dann eine günstige Gelegenheit zur Eröffnung der Schießhalle mittels eines Eröffnungsschießen, an dem sich 31 Schützen beteiligten. Die gesamten Kosten hierfür in Höhe von 235fl. wurden vom Fest-Comitee des landwirtschaftlichen Bezirksfestes übernommen.

Mittlerweilen hatten Seine Majestät König Ludwig II. am 25. August 1868 eine neue Schützenordnung für das Königreich Bayern erlassen. Den bereits bestehenden, bzw. den sich neu bildenden Gesellschaften wurde es überlassen ob sie die neue Ordnung anerkennen oder nicht.

Auf allgemeinen Wunsch wurde am 19. Februar 1870, nach dreijähriger Pause, wieder ein Schützenball abgehalten. Selbiger wurde von 43 Mitgliedern besucht. Der Krieg gegen Frankreich, dem Erbfeind Deutschlands, im Juli 1870 plötzlich ausgebrochen, hemmte alle Unterhaltungen, weshalb auch das Gillamoosschießen und Winterübungsschießen unterblieb. Für die, aus dem Frankreichfeldzug ruhmreich zurückgekehrten Krieger fand am 15. August 1871 ein Freudenfest, unter Beteiligung aller Vereine der Stadt statt. Die Schützengesellschaft ließ es sich jedoch nicht nehmen diesbezüglich am 10. September ein Freudenfestschießen zu veranstalten. Die Ehrenscheibe von diesem Schießen ist noch vorhanden.

Nach diesem Festschießen nahm das Vereinsleben seinen geregelten Lauf. Im Januar, oder spätestens Anfang Februar wurden die Generalversammlungen abgehalten und im Sommer (Mai - Oktober) folgten die üblichen Übungs- und Vortelschießen im Freien. Den Abschluss der Sommersaison bildete stets das Gillamoosschießen. In den Wintermonaten (November - April) fand seit 1862 die Wintersaison statt in der mit dem Zimmerstutzen geschossen wurde. Gelegentlich wurde diese Regelmäßigkeit von einem besonderen Anlass unterbrochen, demzufolge die Gesellschaft ein Festschießen gab.

Ein solcher Anlass bot sich im Jahr 1885. In selbigen fand nämlich am Pfingstdienstag, den 26. Mai, ein von 19 Schützen besuchtes Jubiläumsschießen statt. Der Jubilar war der Zieler Johann Bachberger der seit nunmehr 25 Jahren im Dienste der Gesellschaft stand. Leider war der Jubilar tags zuvor an Lungenenzündung erkrankt, doch die Gesellschaft ließ es sich nicht nehmen "ihren" Bachberger zu Ehren. Deshalb zog man nach der Preisverteilung zum Haus des Johann Bachberger und überbrachte ihm die Glückwünsche der Mitglieder der Gesellschaft, nebst einer silbernen Taschenuhr, kurzerhand an seinem Krankenbett.

Wenige Tage später konnte man folgende Anzeige im Abensberger Wochenblatt lesen:

Dankes-Erstattung. Der verehrl. Schützen-Gesellschaft Abensberg, welche mich durch Veranstaltung eines Festschießens und die Widmung eines Ehrengeschenkes hoch geehrt hat, spreche ich hiermit meinen tiefgefühlten Dank aus. Das wertvolle Ehrengeschenk, welches mir in so feierlicher Weise an meinem Krankenlager überreicht wurde, werde ich als teueres Andenken an diesen Ehrentag stets hoch in Ehren halten. Mit der Ergebensten Bitte um ferneres Wohlwollen zeichnet Hochachtungsvoll Abensberg, den 28. Mai 1885, Johann Bachberger Zieler der Schützen-Gesellschaft.

Ebenfalls einen Anlass für ein Fröhliches Festschießen bot die Hochzeit unseres Mitgliedes Hans Denzinger im Jahr darauf. Es sollte am Pfingstmontag, den 14. und Pfingstdienstag, den 15. Juni 1886 stattfinden. Nachdem das Schießen Vormittags 10.30 Uhr begonnen hatte, traf jedoch um 3 Uhr nachmittags die traurige Nachricht vom Tod Seiner Majestät König Ludwig II. ein. Daraufhin wurde das Schießen sofort unterbrochen und erst nach der Landestrauer am Montag, den 19. Juli, morgens 7 Uhr fortgesetzt.

Im Jahr 1887 wollte man für den, nach München ziehenden, kgl. Bezirksgeometer Johann Nepomuk Edelmann, der auch Mitglied der Gesellschaft war, ein Abschiedsschießen veranstalten. Es stellte sich jedoch heraus, dass außer dem Scheidenden noch weitere 7 ordentliche und 8 außerordentliche Mitglieder seit 25 Jahren der Gesellschaft angehörten. Darum beschloss man, anstelle eines Abschiedsschießens, ein Jubiläumsschießen für diese Mitglieder zu veranstalten. Es nahmen 21 Schützen, 19 hiesige und 2 Gäste aus Kelheim, daran teil. Die Ausschreibung zu diesem Schießen wurde umrahmt von den wichtigsten Ereignissen in den letzten 25 Jahren.

Wenige Wochen später fand erneut ein Festschießen statt. Hierüber nun der Aktenmäßige Bericht des damaligen Schriftführers:

"Zur Nachfeier seiner Vermählung gab das hochgeehrte Mitglied Emanuel Freiherr von Kesling am Sonntag, den 14. August 1887 auf dem Keller des Herrn Reithmeier in Wildenberg ein Festschießen. Die Leitung hatte die Schützengesellschaft Abensberg, die sich mit 20 Schützen daran beteiligte. Trotzdem der Regen in Strömen floß und auf der Schießstätte jede Verbindung mit entfernter stehenden fast unmöglich war, erfüllte alle Gäste frohe Schützenlust. Diese wurde auch durch die ununterbrochene Anwesenheit des Festgebers, durch die treffliche Bewirtung durch Reithmeier und die rauschenden Töne der Musikkapelle Herman aus Rohr bewirkt. Bei seiner kurzen Ansprache stellte Schützen- Ehrenscheibe vom 14.08. 1887 Kommissär Stark eine Verbindung zwischen jener kriegerischen Zeit her, in welcher der Hauptmann Thomas Löffelholz von Abensberg mit seinen Mannen hinaufzog um den damaligen Schlossherrn das Schloss zu entreißen und den jetzigen friedlichen Tagen, wo der hochgeehrte Herr die Schützen von Abensberg zu friedlichem Waffenspiel an den Fuß seines Edelsitzes geladen hat. Ein donnerndes Hoch aus dem Munde aller Schützen auf Freiherr von Kesling und dessen Frau Gemahlin schloß die Ansprache."

Abschließend schreibt der Berichterstatter:

"Dieses Festschießen und die lustige Heimfahrt bei stockfinsterer Nacht blieb allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung".

Am Ende des Jahres 1887 hatte die Gesellschaft, die nach außen hoch geschätzt und finanziell gekräftigt war, 2 Ehrenmitglieder, 45 ordentliche und 63 außerordentliche Mitglieder. Das neue Jahr (1888) begann wie gewohnt mit der Generalversammlung am 7. Januar. Hier wurde auch der Beschluss gefasst, künftig an den Beerdigungen von ordentlichen Mitgliedern mit der Vereinsfahne und Musik teilzunehmen. Tags darauf mussten auf Antrag des bischöflichen Ordinariates Regensburg alle Vereinsfahnen geweiht werden, sofern sich die jeweiligen Vereine mit ihren Fahnen an kirchlichen Feierlichkeiten beteiligen. Die Weihung der Abensberger Vereinsfahnen erfolgte in der Stadtpfarrkirche.

Seitens der Schützengesellschaft nahmen lediglich Schützenkommissär Stark sen., Schützenmeister Resch und Ausschußmitglied Stark, jun. daran teil.

In der Generalversammlung am 4. Februar 1889, fand der Plan des Mitgliedes Brückner bezüglich der Abänderung der Schießstätte und Zielerschutzhäuschen eintimmige Zustimmung. Am 10. März begann man mit dem Abbruch und Neubau und am 18. Mai waren alle Arbeiten vollendet. Bezüglich eines Mitgliedes der Gesellschaft konnte man am 31. August 1888 folgende Meldung im Abensberger Wochenblatt lesen: "Der kgl. Förster Herr Ignatz Querry (besagtes Mitglied) von Mühlhausen wurde heute Früh bei einem Dienstgang in den Wald durch zwei Schrotschüsse, von denen einer in den Kopf, der andere in die Brust ging, verletzt. Der verwundete Förster wurde nach Geibenstetten gebracht. Die Schüsse wurden von einem berüchtigten Wilderer, Namens Schefthaler, Mühlbursche wohnhaft in Neustadt a.D. auf den Förster abgegeben. Der Täter ist flüchtig gegangen.

Hierzu sei die Anmerkung erlaubt, dass der Förster diesen Anschlag überlebte und bereits beim Zimmerstutzenendschießen am 15. und 17. März 1890 wieder in der Siegerliste zu finden war.

Folglich eines Schreibens der kgl. priv. Haupt-Schützengesellschaft München, vom 24. Mai 1890, durfte die Gesellschaft nun den Titel "Kgl. priv. Schützengesellschaft Abensberg" führen. Beim Trauergottesdienst für unser Ehrenmitglied Norbert Wolf am 29. März 1892 kam es zu einem Zwischenfall. Nachdem der Verstorbene zur letzten Ruhe gebettet worden war und die Gesellschaft der Zeremonie mit ihrer Vereinsfahne beiwohnte, begab man sich zum Requiem in die Stadtpfarrkirche. Kurz vor Beginn des Gottesdienstes ließ nun der damalige Stadtpfarrer Wolfgang Schreiner, selbiger wird 1897 zum Ehrenbürger der Stadt Abensberg ernannt, durch den Mesner Ullinger dem Fanenjunker mitteilen, er solle die Kirche mit der Fahne verlassen, weil diese durch Beiwohnung am Begräbnisse des Protestantischen Mitgliedes Georg Kraus entweiht sei und deshalb der Stadtpfarrer die Anwesenheit der Fahne während des Amtes nicht dulden werde.

Nachdem sich der Junker rasch gefasst hatte und, von vielen fast unbemerkt, mit den beiden Fahnenbegleitern die Kirche verlassen hatte war der Fall vorerst abgeschlossen. Tags darauf erklärte Schützenmeister Stark jun. dem Stadtpfarrer, dass die Schützengesellschaft bei jedem Begräbnis ihrer Mitglieder sich mit der Fahne beteilige und daher eine gewünschte Neu-Benediktion (Neuweihe) der Fahne unmöglich sei. Vielmehr werde die Schützengesellschaft in Zukunft den Eintritt in die Kirche ganz unterlassen und sich vor derselben als Gesellschaft auflösen und den einzelnen Mitgliedern die Beiwohnung beim Traueramt freistellen.

Nun hätte eigentlich das Eröffnungsschießen der Sommerübung folgen müssen. Stattdessen erging die Einladung zu einem, in Abensberg noch nie dagewesenen Schießen. Es fand nämlich erstmals ein Königsschießen in Abensberg statt. Zur Vorfeier des 80. Geburtstages S.K.H. Prinz-Regenten Luitpold von Bayern veranstaltete die Gesellschaft am Montag, den 11. März 1901 ein Zimmerstutzen-Fest-Schießen.

Am 27. April 1903, abends 6¾ Uhr, im Alter von 73 Jahren 6 Monate, verstarb nach monatelangem schmerzlichen Leiden, wohlvorbereitet und nach mehrmaligem Empfang der hl. Sterbesakramente der Hochwürdige Herr Peter Paul Dollinger, freisignirter Pfarrer, z.Z. Commorant in Abensberg, Ehrenbürger von Abensberg und Pullach sowie Ehrenmitglied unserer Gesellschaft.

In den Tagen vom Sonntag, den 31. Juli bis einschließlich Mittwoch, den 3. August 1904 fand in unserer Umgebung ein Festschießen ganz besonderer Art statt. Die Königlich privilegierte Schützengesellschaft Kelheim feierte nämlich ihr 500 jähriges Bestehen. Dass es sich hierbei um etwas besonderes handelte, zeigt alleine die Tatsache dass kein geringerer als S. Majestät der deutsche Kaiser Wilhelm II. der Gesellschaft "zum dauernden Andenken" einen silbernen Pokal stiftete.

An diesem (es war aus heutiger Sicht gesehen wohl für lange Jahre eine Einmalige Veranstaltung) Festschießen beteiligten sich 251 Schützen aus ganz Bayern. Doch, wenn man der hiesigen Presse Glauben schenken darf, war bei dieser Veranstaltung nicht alles Gold was glänzte. Doch lesen sie selber:

"....So nahm des Festes erster Tag einen allgemein befriedigenden ganz guten Verlauf, überall ging es lustig und gemütlich her, ohne störende Zwischenfälle. - Dann aber folgte eine arge Enttäuschung: Oft und viel hat man schon erzählen hören von den Herrlichkeiten und wunderbaren Effekten einer Befreiungshalle-Beleuchtung. Kein Wunder also, dass die größte Anzahl der Festgäste noch dablieb und mit großer Spannung der Dinge warteten, die da kommen sollten. Wir wissen sogar viele, die erst mit den Abendzügen noch die Fahrt nach Kelheim machten, um ja diesen Clou des Festes nicht zu versäumen. (Im Festprogramm war für Sonntag abend 8 Uhr ein Feuerwerk und Beleuchtung der Befreiungshalle angekündigt worden.) Sie kamen zwar die Dinge, aber wie? vielleicht ein Dutzend Raketen, einige Räder, Schwärmer und Fontains, dann zum Schluss etwas rot und grün bengalisch Feuer, das war alles. Wie gesagt, die Enttäuschung war allgemein groß, viel Spott und auch manches bittere Wort wegen der versäumten Nacht musste d i e s e r Teil des Festes über sich ergehen lassen".

Wie schon im Jahr 1887 so richtete die Gesellschaft auch im Jahr 1905 ein Jubiläumsschießen für mehrere Jubilare zugleich aus. Insgesammt 25 Jubilare (10 aktive und 14 außerordentliche Mitglieder) konnten ihre langjährige Mitgliedschaft feiern. Der Hauptjubilar war jedoch ein anderer. Seit nunmehr 45 Jahren versah Johann Bachberger seine Dienste als Zieler der Gesellschaft. Das Schießen fand am Sonntag, den 6. August 1905 statt und es nahmen 25 Schützen daran teil. Begünstigt durch einem wunderbaren Sommerabend fand die Preisverteilung, nebst Feuerwerk, auf der Schießstätte statt. Doch lassen wir erneut die hiesige Presse zu Wort kommen:

"....Die blendende Schönheit eines B r i l l a n t - F e u e r w e r k s fesselten ergötzten die Zuschauer sehr und brachten dem Verfertiger, Herrn X. Hotz, viel Lob.

Bei Musik und fröhlicher Unterhaltung wurde noch manche Stunde auf angenehme Weise im Freien verbracht, dann um die mitternächtliche Stunde der Rückmarsch zum Schützenheim in der Stadt angetreten. Schön und harmonisch ist dieses Fest verlaufen zur Freude der Veranstalter und Teilnehmer, zur Ehre der Schützengesellschaft Abensberg, die blühen und gedeihen möge für und für."

Leider trübte zum Jahresende der Herr der Finsternis das in voller Blüte stehende Schützenwesen und auch das Leben Abensbergs. Er, der unerbitterliche, holte sich am 29. Dezember, nach mehrwöchigem Leiden, unseren allseits geachteten Herrn Ehrenbürger, Altbürgermeister und Schützenkommissär Nikolaus Stark sen. im Alter von 71 Jahren. Der diesbezügliche Eintrag im Chronikbuch endet mit dem Satz:

"Möge sein Geist für immer walten über unserem Verein".

Als Nachfolger wurde sein Sohn Nikolaus Stark benannt. Dass die Abensberger Schützen ihre Feste feierten wie sie fielen zeigt das Festschießen vom 5. August 1906. Selbiges wurde kurzerhand anlässlich des XV. Deutschen Bundesschießen, welches vom 15.- 22. Juli in München stattfand und an dem sich 14 Abensberger beteiligten, und zur Ehrung der dabei von Abensberger Schützen errungenen Erfolge abgehalten.

Anlässlich der Ernennung des hochgeschätzten Mitglied Herrn Emanuel Freiherr von Kesling zum Ehrenmitglied veranstaltete der so Geehrte auf Schoß Wildenberg, am Sonntag, den 4. August 1907, ein Festschießen am dem sich 29 Abensberger Schützen beteiligten. Die Festscheibe wurde vom Amberger Gewehrfabrikanten Herrn J. Kowar gestiftet und zeigt als Scheibenbild das Amberger Tor. Vor der Preisverteilung überreichte Schützenkommissär Nikolaus Stark das prächtige, gerahmte "Ehrendiplom" an den hochedlen Gönner und langjährigem Mitglied Herrn Emanuel Freiherr von Kesling.

"Der heutige Tag -so konnte man es im damaligen Pressebericht über dieses Schießen lesen - bildet wieder ein schönes Ehrenblatt in der ruhmreichen Geschichte der hiesigen Schützengesellschaft. Möge sie allzeit blühen und gedeihen. Schützenheil!"

Wie schon so oft in der Geschichte der Gesellschaft, hieß es am 4. April 1909 Abschied nehmen von einem geschätzten Mitglied. Der kgl. Bezirksgeometer Leopold Gattermann, derzeit 1. Schützenmeister der Gesellschaft, verabschiedete sich Richtung Traunstein. Trotz der stürmischen kalten Witterung entwickelte sich auf der Schießstätte ein fröhliches Schützentreiben. Es gingen 13 Schützen an die Stände. Nur wenige Tage später, am 26. April, holte sich Gevatter Tod unser derzeit ältestes Mitglied Herrn Jacob Schmid. Unser Ehrenmitglied war am 2. Mai 1847 der Gesellschaft beigetreten. Somit war der fast 84 jährige 61 Jahre lang ein treues Mitglied das mit der Gesellschaft durch alle Höhen und Tiefen in dieser Zeit gegangen ist.

In der Generalversammlung am 4. Januar 1910 wurde der Beschluss gefasst, dass der diesjährige Schützenball, unter dem Motto des Gillamoosmarktes, auf der Schießstätte stattfinden soll. Dass bei dieser Veranstaltung eine gute Stimmung vorhanden war, konnte man in der damaligen Presse lesen:

".....Und ächt war die Stimmung, denn sie hielt gut an. Kann auch nicht anders sein. Denn - Abensberg - Gillamoos - Schützen ist ein elektrisches Zündsystem von unbedingter Zuverlässigkeit".

Da Johann Bachberger, ein zuverlässiger, treuer Diener der Gesellschaft war, konnte man am 31. Juli 1910 sein 50jähriges Dienstjubiläum feiern. Aus diesem Anlass fand an diesem Tag ein Festschießen unter Beteiligung von 17 Schützen statt. Eine besondere Überraschung hatte der erste Schützenmeister Koller für die Besucher vorbereitet. Unter tatkräftiger Mithilfe führte er mit dem Jubilar die Art des Zielens früherer Zeiten vor.

Besondere Heiterkeit erregte folgende Szene: Der Zieler Bachberger, er war zum damaligen Zeitpunkt schon 70 Jahre alt, musste einen Punktschuß anzeigen. Dabei drehte er sich, unter kräftigen Juhschreien viermal um die eigene Achse und ließ sich dann mit einem Purzelbaum zu Boden fallen.

Das 11. Niederbayerische Bundesschießen, vom 29. Juni bis 2. Juli 1911, wurde in diesem Jahr von der Kgl. priv. Schützengesellschaft Kelheim abgehalten. Für dieses Schießen stiftete unsere Gesellschaft wieder eine Ehrengabe, für die sich die beiden Schützenmeister A. Friedrich und W. Weissmüller schriftlich bedankten.

Große Trauer verbreitete sich am Donnerstag, den 12. Dezember 1912 unter den Schützen und Bürgern der Stadt Abensberg aber sicherlich auch im gesamten Königreich Bayern. S.K.H. Prinzregent Luitpold von Bayern ist frühmorgens 4.50 Uhr verstorben. Am 20. Juli 1913 gedachte man mit einem Festschießen der Befreiungskämpfe 1813 und feierte zugleich das 50 jährige Schützenjubiläum des Herrn Ludwig Resch. Es nahmen 19 Schützen daran teil.

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