Chronik ab 1951

Geschrieben von Joachim Degner am 05. Januar 2013.

Die Generalversammlung 1951 verlief äußerst Erfolgreich für die Gesellschaft. Zwar waren von 42 Mitgliedern nur 14 erschienen aber zudem kamen auch 27 Bürger die sich als Mitglied aufnehmen ließen.

Nach der Begrüßung durch den 1. Schützenmeister, Herrn Jakob Kroiß sen. folgte sein Tätigkeitsbericht ab 1938.Im Kassenbericht, vorgetragen vom Kassier der Gesellschaft, Herrn Hans Stark, erfuhr man, dass der Kassenbestand, bedingt durch die Währungsreform, auf 27,63 DM zusammengeschrumpft war. Vor den Neuwahlen stand die Satzungsänderung auf der Tagesordnung. Selbige war von Nöten, da ja noch immer die im Jahr 1936 beschlossene Satzung des Nationalsozialistischen Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen Gültigkeit hatte. Hierüber hatte man sich schon in einer Vorbesprechung am 14.2.51 Gedanken gemacht, so dass die Änderung der Satzung reibungslos und schnell über die Bühne ging. Die anschließend durchgeführte Neuwahl ergab folgendes Ergebnis:

1. Schützenmeister: Jakob Kroiß,2. Schützenmeister: Max Listl, Schriftführer: Nikolaus Stark, Kassier: Hans Stark, Zeugwart: Hans Probst, Ausschussmitglieder: Otto Stegmayer, Dr. Josef Senft, Ferdinand Bauer, Richard Lermer und Ludwig Preimesser. Als Oberzieler wurde Adolf Bauer sen. ernannt und als Fahnenträger stellten sich die beiden Jungschützen Max Kroiß jun.und Emil Buchenrieder zur Verfügung.

Über die„Wiederaufnahme des Schießbetriebes mit Luftgewehren" kann man folgendes im Chronikbuch lesen:

"Dank der unermüdlichen Arbeit einiger Mitglieder, namentlich der Herren Probst, Preymesser und Listl, wurde der alte Zimmerstutzen-Schießstand beim Jungbräu in kurzer Zeit wieder hergestellt. Die genannten Herren hatten es in uneigennütziger Weise verstanden die dazu benötigten Materialien billig zu beschaffen. Herr Listl stellte auch kostenlos ein Gewehr zur Verfügung. Auf diese Weise konnte der Schießbetrieb schon Ende März wieder aufgenommen werden. "

Die jungen Schützen erzielten bald recht beachtliche Resultate. So errangen beim Übungsschießen am 10. April 1951 folgende Herren Preise:

Ehrenscheibe: Rockermeier

Ringscheibe:

1.Kroiß Max jun. 108 Ringe 
2. Stark Hans 99 
3. Brandl L. jun. 98 
4. Stöckl Walter 98 
5. Stark Hans jun. 95 
6. Brandl L. 90 
7. Reitmeier Hans 88 
8. Stark Nikolaus 86

In der Ausschusssitzung vom 22. Mai 1951 erfolgte die Zustimmung zur Übernahme der Patenschaft bei der Fahnenweihe der Zimmerschützengesellschaft „Immergrün" Siegenburg. Das hierzu benötigte und von Kassier Hans Stark entworfene Fahnenband wurde sofort in Auftrag gegeben. Den dafür benötigten Seidenstoff stiftete ebenfalls Herr Hans Stark. Das Sticken des Bandes übernahm Frau E. Schimmer. Die Gesamtkosten für das Fahnenband betrugen 64,- DM.

Am 5. und 6. Juni 1951 war es dann soweit. Endlich konnte nach 13jähriger Pause, bedingt durch den Krieg und dem Zusammenbruch, wieder ein Königsschießen abgehalten werden. Der Chronist schrieb damals folgende Zeilen ins Chronikbuch:

„...Mit den früheren Feuerschießen, bei denen die Schützen mit wehenden Fahnen und klingendem Spiel zur Schießstätte zogen, wo dann lustig die Büchsen knallten konnte es freilich nicht verglichen werden; es durfte ja nur mit Luftgewehren geschossen werden. Aber es war wieder ein Anfang und zwar ein sehr erfreulicher. Schon der Umstand, dass sich 40 Mitglieder an dem Schießen beteiligten, zeugt von der wiedererweckten Begeisterung am sportlichen Schießen."

Der erste Auftritt unserer Gesellschaft in der Öffentlichkeit, nach dem Krieg, fand bei der Fahnenweihe der „Zimmerschützengesellschaft „Immergrün" Siegenburg" am 24. Juni 1951 statt. Anfang 1952 erfolgte dann die Verpachtung der Schießstätte. Hierzu sei folgendes erwähnt:

Solange die Schützengesellschaft suspendiert war und der Schießbetrieb ruhte war die Schießstätte, bzw. das Haus, nach dem Abzug der Amerikaner zunächst von einer Flüchtlingsfamilie bewohnt worden; der nördliche Teil war sogar ein Pferdestall.1946 wurde die Schießstätte dann erstmals von der Stadt Abensberg als Eigentümerin des Grundstückes an die Firma Seidl u. Werner, Kelheim, verpachtet. Es folgten: 1947 Ingenieur Schmidt, Göppingen, 1948 Mechaniker Johann Ziegler, Siegenburg und zuletzt Gebrüder Hartmann, Ihrlerstein. Als nun die Gesellschaft 1951 wieder auflebte, wurde ihr auch die Schießstätte von der Stadt überlassen. Die Gesellschaft trat daher auch in den bestehenden Pachtvertrag mit den Gebr. Hartmann ein. Der neue Pachtvertrag wurde vorsorglich nur auf ein Jahr abgeschlossen. Die Pacht beträgt 50,- DM pro Monat. Verpachtet wurde nur die Schießhalle und das Grundstück zwischen Halle und Hauptstraße.

Nach 16ähriger Unterbrechung, bedingt durch den Krieg und den politischen Verhältnissen, konnte am 9. Februar 1952 endlich wieder der altherkömmliche Schützenball abgehalten werden.

Gemäß Sitzungsbeschluss vom 11.12.1951, wurde der Ball gemeinsam mit den Jägern abgehalten. Unter der bewährten Leitung von unserem Kassier Herrn Hans Stark war ein Ball Zustandekommen, der sich würdig an frühere ähnliche Veranstaltungen anreihen konnte.„Es ist ja Tradition, dass auf Abensberger Schützenbälle immer etwas Besonderes und aus dem üblichen Rahmen fallendes geboten wurde" so der Eintrag im Chronikbuch. Den Tanzsaal beim Jungräu hatte Herr Ferdinand Kießlinger mit humorvollen Bildern ausgeschmückt, wie sie auf nachfolgendem Bild einer Wanddekoration sehen können.

Erstmals, nach 1938, wagte man sich 1952 wieder an die Durchführung des althergekommenen Gillamoosschießen. Das Schießen fand vom 13. bis 21. September statt. Es beteiligten sich 139 Schützen und man konnte am Ende des Schießens einen Gewinn von 451,76 DM verbuchen. Bedauert wurde lediglich, dass der früher übliche Schützenzug durch die Straßen der Stadt und weiter zur Schießstätte nicht stattfinden konnte. Man kann jedoch sagen, dass mit der Durchführung des Gillamoosschießen und den vorangegangenen Veranstaltungen unsere Gesellschaft, innerhalb 1½ Jahre, eindrucksvoll an die Aktivitäten vor Beginn des Krieges angeschlossen hat.

Nach vielen Jahren fand am Dienstag, 17.02.53 wieder einmal ein Faschingszug in Abensberg statt. Wenige Tage später, am Dienstag, den 10. März, wurde in der Jahreshauptversammlung der einstimmige Beschluss gefasst, dem „Kreisschützenverband Oberpfalz Donaugau" mit 15 Mitgliedern beizutreten.

Am 28. März 1954 fand die Wieder-Gründungs-Versammlung des Gaues 35 „Holledau" statt. Wie vor 30 Jahren, bei der Gründungsversammlung, so wurde auch diese in Mainburg abgehalten und es nahm auch diesmal eine Abordnung der Feuerschützengesellschaft Abensberg dran teil. Unsere Gesellschaft ist durch den Beitritt zum Gau nun dem Bayerischen Sportschützenbund München angeschlossen und damit auch Mitglied des Deutschen Schützenbundes, Wiesbaden."

Wieder war ein Verein an unsere Gesellschaft herangetreten und hat um die Übernahme der Patenschaft bei dessen Fahnenweihe gebeten. Diesmal waren es die „Apollo" Schützen aus Sandharlanden. Durch Beschluss der Generalversammlung vom 23. März 1954 wurde die Patenschaft übernommen. Die Fahnenweihe selbst fand am 4. Juli 1954 statt.

Anlässlich der Wiederinstandsetzung und somit Wiedereröffnung unserer Schießstätte an der Münchner Straße wurde am Samstag, 14. und Sonntag, 15. August 1954 ein Eröffnungsschießen abgehalten. Es nahmen 47 Schützen daran teil. Aus diesem Anlass wurde von der Gesellschaft ein Goldenes Buch angelegt. Es scheint aber heute nicht mehr zu Existieren.

Am 18. Januar 1955 begannen die Vorbereitungen zur Nachfeier des 400jährigen Bestehens unserer Gesellschaft. Selbstverständlich sollte aus diesem Anlass auch ein Jubiläumsschießen stattfinden. Das Schießen (vom 25. Juni bis 10. Juli) auf der renovierten Schießstätte der Gesellschaft, stand unter der Schirmherrschaft des Landrates Ludwig Bergers und unter dem Ehrenprotektorat S.K.H. Kronprinz Ruprecht von Bayern. Es beteiligten sich daran 477 Schützen aus allen Gauen der Bundesrepublik Deutschland, unter ihnen auch der frühere Weltmeister und fünffache deutsche Meister Jakob Brod aus Ingolstadt. Bei diesem Festschießen wurde auf der, nur für Mitglieder der Gesellschaft offenen, Jubiläumsscheibe die Schützenkönigswürde für 1955 ausgeschossen. Diese errang sich, mit knapp 18 Jahren, Norbert Smolin. Mit ihm hatte man somit den jüngsten Schützenkönig Bayerns. Doch nicht nur mit dem Luftgewehr oder dem Zimmerstutzen konnte man sich beteiligen, auch das Kleinkaliberschießen war möglich. Insgesamt standen zur Durchführung des Schießens 15 Stände für Luftgewehr und Zimmerstutzen, Entfernung 10 m, und 1 Stand für Kleinkalibergewehr, Entfernung 50 m, zur Verfügung. Selbstverständlich gingen zu diesem Jubiläumsschiessen, wie schon 1898 und 1923, wieder Ehrengaben aus dem Hause Wittelsbach, namentlich S.K.H. Kronprinz Ruprecht von Bayern, und vom Hause Thurn und Taxis, in Abensberg ein. Jedoch auch der Gau Hallertau, der Schirmherr, Landrat Ludwig Berger und die Stadt Abensberg stifteten Ehrengaben.

Etwas besonderes hatte man sich auf der Ehrenscheibe ausgedacht. Hier wurden nämlich die Schützen, die bereits beim 375jährigen Jubiläumsschießen 1923 in Abensberg teilgenommen hatten gesondert registriert. Der Beste unter ihnen, beim diesjährigen Jubiläumsschießen, erhielt eine seidene Preisfahne. Der Festakt, mit den Ehrungen der langjährigen Mitglieder, am Samstag, 25. Juni Abends 20 Uhr, sowie die Preisverteilung, nach Abschluss des Schießens am Sonntag, den 10. Juli wurden im herrlich dekorierten Stadl des Gutsbesitzers Maier (Aumühle) abgehalten. Den Festgottesdienst, am Sonntag, 26. Juni, zelebrierte Stadtpfarrer Bronold. Während des anschließenden Festzuges durch die Stadt Richtung Festhalle fand die Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal statt. Als eine hohe Ehrerbietung an die „Königlich privilegierte" Feuerschützengesellschaft Abensberg e.V. muss man die Anwesenheit des damaligen Landesschützenmeisters Brotzler beim Festakt am Samstag (25.06.) sehen. Derselbe nahm dann auch die Ehrung der Jubilare vor. Zu erwähnen ist noch, dass anlässlich der Jubiläumsfeier die Büchsenschützenordnung von 1548 nebst einigen Schützenscheiben im Heimatmuseum zur Ansicht auflag aber Heute, 43 Jahre später, soll es angeblich nicht mehr Existieren. Sonderbar!

Abschließend kann gesagt werden, dass sich das nachträglich abgehaltene, 400jährige Jubiläumsschießen nahtlos in die bisher abgehaltenen Jubiläumsschießen in Abensberg einreihte.

Wenige Wochen später geschah etwas, was die Gesellschaft bis zu diesem Tag noch nicht erlebt hatte. Der 1. Schützenmeister Max Listl, legte sein Amt nieder. Nun ist dies nichts außergewöhnliches möchte man meinen. Wenn man aber bedenkt, dass es bisher lediglich üblich war, bei Neuwahlen aus Gesundheitlichen Gründen oder wegen vorgerücktem Alter nicht mehr für das Amt des 1. Schützenmeister zu kandidieren, dann war das schon etwas neues für die Gesellschaft. Denn auf Max Listl traf keiner der beiden bisher üblichen Gründe zu. Aber gut. Da es nun schon mal so war, und es sollte nicht das letzte mal gewesen sein, schritt man am 23. August 1955 in einer außerordentlichen Generalversammlung zur Neuwahl des 1. Schützenmeisters. Für die noch verbleibende Amtszeit wurde mit 20 : 3 Stimmen Herr Franz Guttenberger, Sparkassenverwalter in Abensberg, gewählt.

In der Generalversammlung vom 8. März 1960,zwischenzeitlich hatte sich nichts erwähnenswertes ereignet, stellte Franz Guttenberger, er wurde an diesem Tag zum 2. Schützenmeister gewählt, den Antrag, dass die alte „Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft" wieder erstehen sollte. Man einigte sich, diesbezüglich „Fühlungnahme mit Gau, Bund usw. aufzunehmen" Beim Königsschießen 1960 fand erstmals nach 1938 wieder ein Traditioneller Schützenzug statt. Doch lesen wir ein wenig im diesbezüglichen Zeitungsartikel:

„Ein schöner Beweis für das Interesse am Schießsport und ein ebenso großer Erfolg war das am Sonntag stattgefundene Königsschießen der Abensberger Feuerschützen. Einschließlich des Wetters hat sich alles - wie im Programm vorgesehen - abgespielt. Die Schützen waren pünktlich erschienen und so konnte die Kapelle Huber um 12 Uhr antreten. Schnell war der Schützenzug im Marsch. Hinter der Kapelle kamen die Buben mit den seidenen Preisfahnen, als nächster der Träger der Königsscheibe. Inzwischen war der Zug ab Brauerei Jungbräu beim 1. Bürgermeister Ludw. Berger und beim Schützenkönig 1959/60 angelangt. Die Kapelle machte kehrt und begrüßte mit einem Tusch den König Leop. Brandl und den 1. Bürgermeister, das Oberhaupt der Stadt.

Die Einreihung: Der König hinter der Scheibe, der Bürgermeister begleitet von zwei Schützinnen, im Anschluss der Schützenmeister mit den Senioren. Die Schützen mit ihren Gewehren bildeten den Abschluß. Man kann ruhig sagen: Es handelte sich nicht nur um einen Schützenzug, sondern auch um eine Demonstration, dass der alte Schützengeist wieder da ist und bleiben wird".

Leider blieb es für lange Jahre bei dieser „Demonstration des alten Schützengeistes".

Ebenfalls 1960 gewann die Gesellschaft den begehrten Wanderpokal, gest. von Landrat Josef Bauer, beim Pokalschießen in Saal/D. Als „Cup-Verteidiger" hatte man nun die Ehre, 1961 das Pokalschießen um den „Landrat-Bauer-Wanderpokal auszurichten.

Aus diesem Grund, wurde kein separates Königsschießen abgehalten, sondern selbiges mit dem Pokalschießen verbunden. Leider geht aus den Aufzeichnungen im Chronikbuch nicht hervor, wie viel Schützen sich an diesem Schießen beteiligten und welcher Verein den Wanderpokal gewonnen hat. Lediglich die Gewinner auf der Königs-, Meister-, Adler- und Ehrenscheibe sind verzeichnet.

Endlich, nach jahrelangem Kampf (seit 1960), ständig neuer Eingaben und unermüdlichem Einsatz seitens unseres Schriftführers Rudolf Stracke, konnte am Dienstag, den 21. November 1967 in einer außerordentlichen Hauptversammlung darüber abgestimmt werden, ob die Gesellschaft ihren alten ehrwürdigen Namen „Königlich privilegierte Feuerschützen-Gesellschaft Abensberg, gegr. 1548" erhalten sollte oder nicht. Daß, nach ausführlichen Ausführungen von 1. Schützenmeister Michael Thaler, seine diesbezügliche Frage mit einen einstimmigen „Ja" beantwortet wurde ist wohl selbstverständlich. Dieser Beschluß mußte nun schnellstmöglich (bis 1.12.67) dem Landratsamt Kelheim mitgeteilt werden.

Es sollte aber noch einige Zeit dauern, bis am Dienstag, den 18. März 1969 im Nebenzimmer des Gasthofs „Betzlbräu" die erste Generalversammlung unter dem altehrwürdigen Namen Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Abensberg abgehalten werden konnte. Da an diesem Tag auch Neuwahlen, gemäß der neuen Satzung, abgehalten wurden soll hier das Ergebnis folgen:

1.Schützenmeister Michael Thaler sen., 2. Schützenmeister Otmar Regler, Schriftführer Rudolf Stracke, Kassier Irene Hampel, Sportleiter und Waffenwart Fred Hampel. In den Gesellschaftsausschuss wurden gewählt: Hans Stark sen., Franz Radspieler, Friedrich Schampel, Anton Wild und Arnold Huber.

Nachzutragen sei noch, dass sich Ende 1968 folgender, datumsloser Eintrag im Chronikbuch findet: „Die neu errichteten Schießstände für Pistole und Kleinkaliber wurden vom Sachverständigen Zöpfl abgenommen und als hervorragend bezeichnet".

Nachdem das Gillamoosschießen 1953 mit einem minus von 540,95 DM abgeschlossen wurde, wagten sich die Abensberger Schützen erst 1970 wieder an die Durchführung eines Gillamoosschießens. Leider geht aus den Einträgen im Chronikbuch weder das Datum, die Dauer oder die Teilnehmerzahl hervor.

Im Olympiajahr 1972, veranstaltete der Stadtverband Abensberg „vorolympische Sommerspiele". Diesbezüglich fand auch auf unserer Schießstätte die erste Stadtmeisterschaft im Schießen, am 15. u. 16. Juli, statt. Unsere Mitglieder konnten ihren Heimvorteil voll ausnützen. Stadtmeister 1972 wurde mit 96 Ringen Franz Radspieler, gefolgt von Norbert Schampel und Anton Schmidleitner mit je 93 Ringen.

Beim Mannschaftsvergleichskampf belegte Abensberg mit 921 Ringen den ersten Platz, gefolgt von Sandharlanden mit 847 und Arnhofen mit 819 Ringen. Die Preisverteilung fand im Rahmen des Waldfestes der „Apollo" Schützen Sandharlanden statt. Hier fand zum Abschluss des Festes noch ein Holzsägewettbewerb statt. Zunächst sägten zwei Damen der Kapelle Heerwagen gegen zwei Damen unserer Gesellschaft. Letztere gewannen mit 1,07,03 Minuten. Anschließend traten 1. Bürgermeister Kistler und Stadtverbandsvorsitzender Westermeier gegen die Stadtverbandsmitglieder Leidl und Ingerl an. Das Duo Kistler/Westermeier gewann in 29 Sekunden.

Als bei der Generalversammlung am 5.5.1973 die Ära Thaler endete, konnte niemand ahnen, dass sich in den folgenden vier Jahren kein 1. Schützenmeister fand, der länger als jeweils 2 Jahre sein Amt ausübte. Dem Schützenmeister Duo Thaler / Regler folgten 1973 Otmar Regler als 1. und Kurt Haffter als 2. Schützenmeister.

In der Generalversammlung am 11. April 1975 musste 2. Schützenmeister Kurt Haffter die Rück- und Austrittserklärung des 1. Schützenmeisters Otmar Regler verlesen.

Die darauf turnusmäßig erfolgten Neuwahlen ergaben als 1. Schützenmeister Kurt Haffter und als 2. Schützenmeister Konrad Haberl. Auch diese Konstellation bewährte sich nur 2 Jahre, so dass in der Generalversammlung am 22. April 1977 Wenzel Zuleger zum 1. und Helmut Walter zum 2. Schützenmeister gewählt wurden. Der bisherige 2. Schützenmeister Konrad Haberl wurde zum Schriftführer gewählt, da der bisherige Schriftführer Stracke Rudolf, nach 23 Jahren, nicht mehr für dieses Amt kandidierte.

Gleich zu Beginn ihres gemeinsamen Weges stand das Duo Zuleger / Walter vor der Aufgabe, anlässlich des 500. Geburtstages des Johann Thurmair - besser bekannt unter dem Namen „Aventinus", geb. 4. Juli 1477 - gest. 9. Januar 1534 - ein Jubiläumsschießen durchzuführen. Als Termin wurde Samstag, der 30.und Sonntag der 31. Juli 1977 festgesetzt. Den Auftakt zu diesem Schießen bildete der althergebrachte Schützenzug aller teilnehmenden Schützenvereine Abensberg, Arnhofen, Sandharlanden und Offenstetten, sowie dem Schäferhundeverein und dem TSV Abensberg, in dem die Ehrenscheibe, gestiftet von Bürgermeister Kistler, unter Vormarsch des Zielers und einer Blasmusik zur Schießstätte geleitet wurde.

Leider geht aus den Aufzeichnungen im Chronikbuch nicht hervor, wie viel Schützen sich an diesem Schießen beteiligten. Lediglich die Gewinner der Aventinus-Scheibe (Wolfgang Brunner, 74 Teiler, Sandharlanden) und der Ehrenscheibe (Xaver Schrödl, 24 Teiler, Offenstetten) gehen aus den Aufzeichnungen hervor.

Wieder einmal musste, wie schon so oft in der Geschichte der Gesellschaft, die Schießstätte der Schützen dringendst renoviert werden. Aus der Renovierung wurde jedoch ein kompletter Ausbau der Schießstätte an der Münchner Straße. Am 9. Februar begann man mit diesem gewaltigen Projekt.

Zunächst wurde die neue Luftdruckwaffenhalle mit 10 vollautomatischen Ständen zum Schießen auf 10m errichtet. Nach der Fertigstellung des Rohbaus der Luftdruckwaffenhalle ging man daran, den Sportpistolenstand zu erneuern und den 100m Stand neu zu bauen.

Erstmals wurde dann vom 11. - 24. Mai 1979 Abensberg zum Mekka der Schützen des Gaues Hallertau. In diesem Zeitraum fand nämlich das 23. Hallertauer Gauschießen statt. Es beteiligten sich 433 Schützen an demselbigen und Gauschützenmeister Sepp Bauer war sehr erfreut darüber, dass die Teilnehmerzahl gegenüber dem Gauschießen 1978 in Sandharlanden, dort gingen lediglich 371 Schützen an die Stände, deutlich gestiegen sei.

Nachdem bereits 1972, im Rahmen der vorolympischen Spiele des Stadtverbandes Abensberg, eine Stadtmeisterschaft im Schießen ausgetragen wurde, hieran beteiligten sich jedoch lediglich die Schützenvereine Abensberg, Sandharlanden und Arnhofen, fand am 3. und 4. November 1978 erstmals eine Schützen-Stadtmeisterschaft der vier Vereine aus Abensberg, Sandharlanden, Arnhofen und Offenstetten statt. Jedoch, wie schon 1972, stellte auch diesmal unsere Gesellschaft den Stadtmeister.

Mit 364 Ringen war Norbert Schampel der beste Schütze. Auch in der Mannschaftswertung belegten die Abensberger Mannschaften fast immer die fordern Plätze.

Endlich, am 3. August 1980 war es dann soweit. Die erweiterte Schießstätte der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Abensberg, gegr. 1548, wurde offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Es beteiligten sich rund 45 Vereine an diesem Fest, wobei die Abensberger Vereine, aber auch die Bevölkerung mit Abwesenheit glänzten. Schirmherr der Veranstaltung war Ehrenmitglied, Senator Josef Stanglmeier. Die Weihung der Räumlichkeiten wurden von Stadtparrer Selch vorgenommen.

Drei Jahre später feierte man erneut ein Fest. Die altersschwache Fahne von 1863 hatte nun ausgedient. Vom 27. bis 29. Mai 1983 wurden die Feierlichkeiten anlässlich des 435jährigen Bestehens und der Fahnenweihe abgehalten. Wie schon bei der nachträglichen 400-Jahr-Feier 1955, kam es auch diesmal zu einer hohen Ehrerweisung seitens des Deutschen Schützenbundes.

Denn kein geringerer als der Ehrenpräsident des DSSB, Alfred Michaelis, weilte unter uns, und nahm am Festsamstag die Ehrungen der langjährigen Mitglieder vor. Am Sonntag dann, fand auf dem Abensberger Stadtplatz die Weihung der neuen Fahne, welche von Ehrenmitglied, Senator Josef Stanglmeier gestiftet wurde, statt.

Beim leider vom Wettergott nicht begünstigtem, Festumzug durch die fahnengeschmückte Aventinus-Stadt beteiligten sich 74 örtliche und auswärtige Vereine, sowie vier Musikkapellen. Die alte Fahne wurde 1985, durch die Übergabe an das Aventinus-Museum, endgültig in ihren wohlverdienten Ruhestand geschickt.

Nach dem guten Verlauf der Fahnenweihe und dem wiedererwachten Interesse am Schützenwesen bei den Bürgern unserer Stadt, veranstaltete man am 28. Januar 1984 wieder einen Schützenball. Da der letzte Schützenball schon einige Zeit zurücklag (14. Februar 1953) wurde der 84iger Ball im Kuchlbauersaal zum vollen Erfolg.

Zu einem Freundschaftsschießen der besonderen Art kam es dann Ende 1984. Schützenbruder Dr. Ohneis war maßgeblich für das Zustandekommen dieses Schießens verantwortlich. Am 16. November kamen also 35 Schützen, Damen und Jugendliche der „d`Wilderer" Neufahrn nach Abensberg. Im Grunde genommen nichts besonderes. Wäre da nicht die Tatsache, dass sie in ihrem Gepäck nicht nur die übliche Freundschaftsscheibe dabei hatten sondern auch die frischgebackene Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele in Los Angeles Ulrike Holmer (heute Lederer) mitbrachten. Aus diesem Grund waren an diesem Tag auch der 1. Bürgermeister der Stadt Abensberg Klaus Klingshirn, sowie 1. Gauschützenmeister Sepp Bauer und 1. Gausportleiter Norbert Fiebach bei den Abensberger Schützen.

Das freundschaftliche Vergleichsschießen, gegen die 1. Mannschaft der „Wilderer", selbige verstärkt durch das „kleine Energiebündel" Ulrike", verloren unsere Schützen nur knapp mit 1468 : 1477 Ringe. Die Niederlage der 2. Mannschaft fiel da schon deutlicher aus: Abensberg II. 1375 Ringe : Neufahrn II. 1425 Ringe. In der Gesamtwertung, hier wurden von jedem Verein die 15 besten Teilnehmer gewertet, nutzten die Abensberger ihren Heimvorteil deutlich aus und trugen mit 3932 Ringe : 3908 Ringe den Gesamtsieg davon.

Anlässlich seines 75. Geburtstages stiftete Ehrenmitglied Hans Landfried eine Ehrenscheibe und einen Pokal für die Schützenjugend. Beides wurde in der Zeit vom 6. Oktober - 29. Oktober 1985 aus geschossen. Die Preisverteilung fand dann im Rahmen einer Geburtstagsfeier im Schützenhaus statt. Nachdem unser 1. Schützenmeister Wenzel Zuleger bereits am 20. Dezember 1986 seinen 60. Geburtstag feiern durfte, ließ er es sich nicht nehmen wenige Tage später zum Geburtstagsschießen einzuladen.

Am Dreikönigstag, den 6. 1. 1987, von 9.00 - 17.00 Uhr beteiligten sich 50 Mitglieder an demselben. Der Gewinner der Ehrenscheibe, gest. von Wenzel Zuleger, hieß Jürgen Fleischhauer. Seinen 6,5 Teiler konnte an diesem Tag keiner unterbieten. Unter den Gratulanten, bei der Preisverteilung, an diesem Abend, war auch 1. Gauschützenmeister Sepp Bauer.

Er ehrte unseren 1. Schützenmeister mit der silbernen Verdienstnadel des Schützenbezirks Niederbayern.

Eine besondere Auszeichnung erhielt unsere Gesellschaft im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus am 9. März 1987. Zusammen mit 19 Sportvereinen erhielten 1. Schützenmeister Wenzel Zuleger und 2. Schützenmeister Helmut Walter aus der Hand von Kultusminister Zehetmeier die vom vormaligen Bundespräsidenten Prof. Carl Carstens geschaffene Sportplakette verliehen, die nun Bundespräsident Richard von Weizäcker mit Urkunde für besondere Verdienste wiederum gestiftet hat.

Am 5. April begann der vorerst letzte Umbau der Schießstätte an der Münchner Straße. Hierbei wurde der alte Dachstuhl abgerissen, auf die bestehenden Grundmauern ein Ausgleich gemauert, Leimbinder für die spätere Decke verlegt, das Haus aufgestockt und mit einem neuen Dachstuhl versehen. Bei der Neugestaltung wurde auch der zuvor über der Eingangstür befindliche Giebel wieder an der gleichen Stelle, nur etwas höher, errichtet, so dass man auf den ersten Blick eine Veränderung am Haus nicht feststellen konnte.

Im inneren des Hauses wurden im Gastraum die noch vorhandenen Mauerpfeiler entfernt, der nördliche Teil erhielt einen neuen Holzboden - er ist mittlerweile durch einen Fliesenboden ersetzt worden - und eine Treppe in das Obergeschoss eingebaut. Im Obergeschoss entstand im nördlichen Teil ein zusätzlicher Schießstand für Luftgewehr (10m Entfernung) und Zimmerstutzen (15m Entfernung). Im südlichen Teil war zudem noch soviel Platz vorhanden, dass man dort einen durchaus geräumigen, Auswert- und Sitzungsraum, sowie einen Lagerraum für das benötigte Scheibenmaterial bauen konnte.

Zur Aufrechterhaltung des Schießbetriebes wurden im Luftgewehrstand 5 Stände abgebaut und mittels einer sicheren Abtrennung der so freigewordene Platz als Gastraum genutzt. So konnten die noch im vollen Gang befindlichen Rundenwettkämpfe reibungslos zuende geführt werden.

Die Generalversammlung am 14. Mai musste jedoch beim „Jungbräu" abgehalten werden. Hier wurde auch deutlich, dass nicht nur im Gebälk des Schützenhauses Schäden aufgetreten waren, sondern es „knisterte" auch in der Vorstandschaft. Nachdem alle Tätigkeitsberichte vorgetragen worden waren ergriff 2. Schützenmeister Helmut Walter das Wort. Zunächst gratulierte er 1. Schützenmeister Wenzel Zuleger zum Erhalt der Goldenen Verdienstmedaille der Stadt Abensberg, appellierte an die Kameradschaft unter den Mitgliedern und rief zur Zusammenarbeit, vor allem bei den Arbeiten am Schützenheim, auf. Abschließend gab Helmut Walter bekannt, dass er sich selbst gezwungen sehe das Amt des 2. Schützenmeisters niederzulegen.

Da am gleichen Tag kein kommissarischer Nachfolger gefunden werden konnte, wurde auf Vorschlag von Bürgermeister Klingshirn, der Beschluss gefasst diese Angelegenheit in einer außerordentlichen Generalversammlung zu regeln.

Doch zurück zu den Bauarbeiten am Schützenhaus. Sie waren durch diesen unerwarteten Rücktritt keineswegs beeinträchtigt und auch der Zurückgetretene scheute sich nicht auch weiterhin kräftig mit anzupacken damit die Arbeiten so bald als möglich beendet werden konnten. Selbige waren am Fronleichnamstag, den 2. Juni, soweit vorgeschritten, dass das Königsschießen abgehalten werden konnte. Die Preisverteilung fand im Gastraum des Schützenhauses statt, der zu diesem Zweck provisorisch mit Bierzeltgarnituren eingerichtet wurde.

Am 29. Juli wurde dann in einer außerordentlichen Generalversammlung, im Schützenhaus, Manfred Hoyer sen., mit 33 : 7 Stimmen zum 2. Schützenmeister gewählt. Auch das Gillamoosschießen 1988 fiel keineswegs den Bauarbeiten zum Opfer. Es beteiligten sich 45 Schützen. Wenige Tage später begann das Geburtstagsschießen von Karl-Heinz Zalluskowski und Franz Radspieler. Es fand an fünf Schießtagen statt und es beteiligten sich 55 Schützen. Die Preisverteilung wurde im Rahmen einer kleinen Feierstunde am Samstag, den 1. Oktober abgehalten.

Wenn Sie, liebe Leser, sich jetzt fragen, wie haben die das damals nur gemacht: Bauen, bei drei Vereinsinternen Schießen immer ca. 50 Schützen am Stand, dann werden Sie sich wundern was in diesem Jahr noch kommen sollte. Denn anlässlich des 440jährigen Gründungsjubiläums hatte man es sich zur Aufgabe gemacht, das 35. Landkreispokalschießen in Abensberg auszurichten.

Nachdem alle Bauarbeiten soweit abgeschlossen waren begann am 7. Oktober das Schießen und endete am 16. Oktober. An diesen 10 Tagen fanden 357 Schützen aus dem Landkreis Kelheim den Weg ins zentral gelegene Abensberg.

Den Abschluss dieses arbeitsreichen Jahres bildete das althergekommene Weihnachtsschießen, dessen Preisverteilung im Rahmen der Weihnachtsfeier in den neuen herrlichen Räumen unseres Schützenhauses stattfand.

Am 25. Juni 1989 war es dann endlich soweit, das vollständig renovierte Schützenhaus - so wie es sich auch Heute noch präsentiert - erhielt den Segen der Kirche. 16 Ortsvereine nahmen an dieser Einweihungsfeier teil. Die Segnung der Räumlichkeiten erfolgte, wie schon 1980 durch unseren Stadtpfarrer Selch. Zusätzlich fand für die Bevölkerung an diesem Tag ein „Tag der offenen Tür" statt.

Nachdem sich das Großkaliberschießen immer größerer Beliebtheit erfreute war es nur eine Frage der Zeit, dass auch einige unserer Schützen von diesem Virus „Infiziert" wurden. Am Sonntag, den 30. April trafen sich daher 13 Mitglieder zur Gründung eines Großkalibervereins im Schützenhaus an der Münchner Straße. Über diesen „Verein im Verein" waren unsere Mitglieder geteilter Meinung und sind es zum Teil Heute noch. Doch, wie schon so oft in ihrer Geschichte, wird unsere Gesellschaft auch diese „Barriere" aus dem Weg räumen. Vereinzelte Ansätze hierzu wurden bereits gemacht.

Am 3. April 1989 erhielten wir die traurige Nachricht, dass der langjährige 1.Gauschützenmeister Sepp Bauer verstorben ist. Die Gesellschaft beteiligte sich an seiner Beerdigung mit Fahne. Obwohl das Gillamoosschießen 1990, zudem zusätzlich die Mitglieder der Vereine Arnhofen, Sandharlanden und Offenstetten geladen waren, nur 78 Schützen sah und mit einem Minus von 50,--DM abschloss, wagte man sich im folgenden Jahr trotzdem an die Durchführung eines althergekommenen, also offenen, Gillamoosschießen. Das Schießen begann am 11. September und endete am 15. September 1991. Es beteiligten sich 210 Schützen.

Wieder einmal endete eine Ära. Unser langjähriger 1. Schützenmeister Wenzel Zuleger stellte sich in der Generalversammlung am 20. Mai 1995, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl.

Wenzel Zuleger hatte diesen Entschluss den Mitgliedern bereits in der Generalversammlung 1994 mitgeteilt. Mit dem 1. Schützenmeister stellte sich auch der 2. Schützenmeister Karl Ruhstorfer und unsere Kassiererin Frieda Listl nicht mehr zur Wahl. Zuleger stand 18 Jahre der Gesellschaft als 1. Schützenmeister vor und hatte sich in dieser Zeit große Verdienste erworben. Folglich wurde er an diesem Tag, nach erfolgter Neuwahl, vom neuen 2. Schützenmeister und langjährigen Weggefährten (1977 - 1988) Helmut Walter zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Dass die, in der Generalversammlung anwesenden Mitglieder mit dieser Ernennung einverstanden waren, zeigten die stehenden Ovationen für unseren neuen Ehrenschützenmeister Wenzel Zuleger.

Etwas verspätet wurde, anlässlich des 70. Geburtstages von Ehrenschützenmeister Wenzel Zuleger, am 28. Februar, 2., 5., 7., 9. und 12. März 1997 ein Geburtstagsschießen abgehalten. Geschossen werden konnte nur mit dem KK-Gewehr auf 100m. Es beteiligten sich 42 Mitglieder. Die Ehrenscheibe, welche im Verein verblieb, sowie drei Sachpreise wurden von unserem Ehrenschützenmeister gestiftet. Die Preisverteilung wurde im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Schützenhaus, am 14. März von Sportleiter Manfred Hoyer sen. vorgenommen. Bevor es allerdings soweit war, konnte 2. Schützenmeister Helmut Walter - der 1. Schützenmeister Alexander Buchenrieder war an diesem Tag nicht anwesend - zahlreiche Gäste begrüßen und in einer kurzen Ansprache die Verdienste des Jubilars für die Gesellschaft hervorheben

Da der, zwar immer noch Eigenständige Verein, „GKS Abensberg e.V." - er besteht ausschließlich aus Mitgliedern der Kgl. priv. FSG Abensberg - zum einen von den Mitgliedern immer mehr als Abteilung gesehen wird und zum anderen diese Schützen großartige Erfolge bei den Landes- und Deutschen Meisterschaften erzielten, bat am Samstag, 26. Juli 1997, die Gesellschaft zum Empfang der Deutschen Meister auf den Abensberger Stadtplatz.

Ab 15.00 Uhr war dann Tag der offenen Tür mit abendlichen Sommernachtsfest auf der Schießstätte an der Münchner Straße. Hier wurden in einer Ausstellung Waffen, Chronikmaterial, Handwerkszeug zum Wiederladen der Munition und natürlich unsere beiden Königsketten (Schützen- u. Jugendkette) gezeigt. Auf dem Luftgewehrstand fand ein Jedermann - Schießen statt.

Gegen Ende des Jahres, fand ein Geburtstagsschiessen der besonderen Art statt. Unsere beiden Schützenbrüder Manfred Hoyer sen. und Fred Pakulat, beide im Sternzeichen „Schütze" geboren ließen es sich nicht nehmen, anlässlich ihres „100jährigen Wiegenfestes" - beide können auf je 50 Lebensjahre zurückblicken - ein Schießen in den Gewehrdisziplinen KK 100m, GK 100m, KK 50m und Luftgewehr, sowie in den Pistolendisziplinen KK 25m GK 25m und Luftpistole zu organisieren. Dieses Schießen brach alle bisherigen Rekorde betreffend Vereinsinterner Schießen.157 mal musste der Stift zum einschreiben in die Teilnehmerliste zu Hand genommen werden wobei es sich so manches Mitglied nicht nehmen ließ, gleich in mehreren Disziplinen an den Stand zu gehen.

Bei der Preisverteilung am Sonntag, 23. November, konnte 2. Schützenmeister Sebastian Hochneder, in Abwesenheit des 1. Schützenmeisters Alexander Buchenrieder, ein volles Haus begrüßen. Jugendsportleiter Manfred Dieter Hoyer nahm dann die Siegerehrung vor, bei der 43 Glaspokale und die Ehrenscheibe, allesamt gestiftet von den beiden Jubilaren, zur Verteilung kamen.

Das große Jubiläumsjahr 1998 begann für die Gesellschaft mit einem Doppelschlag. Am 15. Januar mussten wir unseren Ehrenschützenmeister Wenzel Zuleger zu Grabe tragen und am 2. Februar folgte ihm Ehrenmitglied Franz Xaver Gabelsberger.

Franz Xaver Gabelsberger war das Dienstälteste Mitglied unserer Gesellschaft und hätte im kommenden Jahr sein 60. Vereinsjubiläum Feiern können.

Doch, trotz dieses Verlustes gingen die Vorbereitungen weiter, stand doch der erste Höhepunkt in diesem Jahr kurz bevor. 663 Schützen / innen und Jungschützen / innen gingen vom 30. April bis 17. Mai beim 32. Hallertauer Gauschießen in Abensberg an die Stände. Zu diesem Jubiläumsschießen ging auch wieder eine Ehrengabe aus dem Hause Wittelsbach, gestiftet von Seiner königlichen Hoheit Herzog Franz von Bayern - unser Ehrenprotektor bei der 450-Jahr-Feier - bei uns ein.

Auch der Schirmherr der 450-Jahr-Feier, der Bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber, ließ es sich nicht nehmen, zu diesem Schießen eine Ehrenscheibe zu stiften. Als weitere Ehrenscheiben warteten auf die Teilnehmer die beiden Protektoratsscheiben (LG/LP, sowie SP) und die Jubiläumsscheibe der Stadt Abensberg die in diesem Jahr auf 650 Jahre Stadtrechte zurückblicken kann.

Leider spielte bei dieser Veranstaltung der Wettergott nicht so recht mit. Hochsommerliches Wetter hemmte die Teilnahme doch sehr. Die Preisverteilung und Proklamation der neuen Gaukönige fand dann am 6. Juni im, wie seit langem nicht mehr, bis auf den letzten Platz gefüllten Hotel-Gasthof „Zum Kuchlbauer" statt. Leider lag die Teilnehmerzahl unter der des letzten Jahres (668) und 1. Gauschützenmeister Rainer Schwarz meinte, er sei Enttäuscht darüber, dass man es erneut nicht geschafft hätte die Traummarke von 1000 Teilnehmern bei einem Gauschießen im Schützengau Hallertau - er hat immerhin ca. 8000 Mitglieder - wieder nicht erreicht hätte.

Die Preisverteilung wurde von unserem Langwaffen Sportleiter und 1.Gausportleiter Manfred Hoyer sen., sowie von unserem Jugendsportleiter und 2. Gaujugendleiter Manfred Dieter Hoyer durchgeführt.

Das mit großer Spannung erwartete Königsschießen fand am Frohenleichnamstag, 11. Juni , statt. Leider beteiligten sich nur 39 Mitglieder an diesem Schießen. Die Schützenkönigswürde im Jubiläumsjahr der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Abensberg, gegr. 1548, ging an Ingrid Hoyer. Vizekönig wurde unser Ehrenmitglied Hans Landfried. Den dritten Platz belegte Adolf Zott.

Bei der Jugend errang Denise Müller die Königswürden für 1998.

Am Wochenende (12. - 14. Juni) feierte dann ganz Abensberg und Umgebung 650 Jahre Stadtrechte Abensberg. Die Gesellschaft beteiligte sich selbstverständlich an diesen Feierlichkeiten, sind doch die Schützen seit jeher sehr eng mit den Geschicken unserer Heimatstadt verbunden.

- Wird fortgesetzt -

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